CDU vor dem Comeback, Söder vor dem Abstieg

Die Republik, ja die Welt atmet auf: Markus Söder hat alle wissen lassen, dass er bei der Bundestagswahl 2025 nicht als Kanzlerkandidat antreten wird. Sein Affentheater 2021 wird sich nicht wiederholen. Denn der Mini-Löwe ​​hatte massiv Front gegen den CDU-Vorsitzenden Armin Laschet gemacht. Es waren seine schmutzigen Tricks, die der Union eine bittere Niederlage bescherten.

Bayerns feindlicher Bruder

Armin Laschet hat im Vorfeld der Bundestagswahl sicherlich so gut wie jeden möglichen Fehler gemacht. Das Lächeln bei der Rede des Bundespräsidenten im Überschwemmungsgebiet der Erft war die Krönung allen Unsinns. CDU und CSU sind Anfang 2021 gut und hoffnungsvoll ins Wahljahr gestartet. Der Vorsprung auf die SPD war offen gesagt komfortabel. Doch der Streit zwischen den beiden Parteien um die endgültige Auswahl ihres Kanzlerkandidaten entwickelte sich für die Union schließlich zum Drama. Die Parteivorsitzenden von Nordrhein-Westfalen und des Freistaates Bayern boten ein wahrlich unangenehmes Schauspiel. So machten die verfeindeten Brüder aus den Schwesterparteien Olaf Scholz und der SPD den Weg zum Kanzleramt frei, weil Söder erst Armin Laschet und dann sich selbst ins Knie geschossen hatte.

Der harte Rivale: Friedrich Merz

Der Feldschaden, den Söder blind und vorsätzlich der Union zugefügt hat, ist immens. Frühere Reparaturen kosteten viel Energie und führten vor allem in der CDU zu großen Veränderungen. Friedrich Merz rückte an die Spitze von Partei und Fraktion. Seine Führungsqualitäten sind unbestritten groß, zumal er diese bereits vor mehr als 20 Jahren als Nachfolger von Wolfgang Schäuble unter Beweis gestellt hat. Damals stach er als Oppositionsführer hervor. Nun wiederholt er diese Rolle mit Bravour und Durchschlagskraft. Gegen Bundeskanzler Olaf Scholz und sein Regierungsteam konnte Merz zwar erste Punkte einfahren, für eine Regierungspartei reicht die Union aber noch nicht. Von einer strategischen Mehrheit ist sie noch weit entfernt.

Günther und Wüst als Benchmarker

Immerhin hat die CDU nach der Niederlage im Saarland bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen beachtliche Erfolge erzielt. Im Saarland fiel im Kampf um den höchsten Posten in der Staatskanzlei gegen den hochkarätigen und engagierten Herausforderer das matte bleiche. Gute Ergebnisse erzielten dagegen Daniel Günther in Schleswig-Holstein und Hendrik Wüst in Nordrhein-Westfalen. Beide sind jung und dynamisch und haben es verstanden, Wähler mit Sympathie zu gewinnen. Anders als der Ministerpräsident des Freistaates Bayern sind Wüst und Günther keine Lautsprecher, die mit Löwengebrüll beginnen und dann als Bettvorleger enden. Beide haben eine Messlatte gesetzt, an der sich Söder bei der Wahl seines Landes im kommenden Jahr messen lassen muss.

Die Söder Spitzkehre wird in Bayern immer weniger beliebt. Im Vergleich zu ihm war Franz-Josef Strauss, den Söder als sein Vorbild preist, geradezu schlicht, bodenständig und hochintelligent. Bei den Themen, die die CSU in den vergangenen Jahren geplagt haben, dürfte Epigone Söder seinen Meister noch übertrumpfen. Zudem ist Söders Regierungsteam bei weitem nicht an die Qualität des FC Bayern heranreicht. Laut aktuellen Meinungsumfragen muss sich der Freistaatsregent bei der Wahl im nächsten Jahr eher auf ein Ergebnis von unter 40 Prozent als auf mehr einstellen. Das mag auch sein bereits hörbares Werben um die Grünen als möglichen Koalitionspartner erklären. Seine Umarmung von Bäumen zeigt, dass er nach einem neuen Halt sucht. Auf viele CSU-Wähler wirkt eine solche Söder-Inszenierung wie ein schmutziges Spektakel, das bei den Wählern sicher nicht auf den erhofften Applaus stoßen wird. Auch beim Fränkischen Karneval in Veitshöchheim erntet der baumliebende Markus nur ein müdes Lächeln.

Union an der 30-Prozent-Hürde

Bundesweit boomt derzeit die CDU unter Führung von Friedrich Merz. Das Vertrauen in die Berliner Ampelkoalition leidet unter Schwindsucht: Die Kanzlerin ist zögerlich und unentschlossen, vor allem bei ihren unkommunikativen öffentlichen Äußerungen. In seinem Kabinett glänzen nur Baerbock und Habeck, die sich auch öffentlich in Szene setzen. Mit Ausnahme von Verteidigungsminister Lambrecht ist das Ministerteam der SPD bis zur Weißglut unscheinbar geblieben; Lambrecht befindet sich derzeit auf einem Abstiegsplatz. Den Liberalen in der Bundesregierung geht es nicht viel besser. Enttäuscht sind viele FDP-Anhänger auch von Christian Lindner, der aufgrund von Großereignissen und unvorhersehbaren Entwicklungen einen neuen Rekord für neue Kredite aufgestellt hat, aber noch weit von den Versprechungen einer liberalen Finanz-, Finanz- und Wirtschaftspolitik entfernt ist. Die Ergebnisse der FDP bei den letzten Landtagswahlen spiegeln zumindest teilweise die Enttäuschung über Lindner, Wissing und Buschmann wider. Bundesweit konnte die FPD derzeit rund 8 bis 10 Prozent der Wähler nicht erreichen. Auch für die SPD sieht es in aktuellen Umfragen mit 22 bis 25 Prozent nicht besser aus. Die Grünen hingegen liegen mit 19 bis 22 Prozent wieder vorne. Etwa 27 bis 28 Prozent würden CDU/CSU wählen. Die Union bewegt sich damit auf die 30-Prozent-Schallmauer zu, was auf einen leichten Aufwärtstrend hindeutet, für eine Regierungsmehrheit würde es aber nur reichen, wenn sie die Grünen als Partner gewinnt oder gar den Neuanfang einer großen Koalition mit der SPD wagt. Trotz aller Probleme blinkt die Ampel immer noch ziemlich konstant. Für die CDU müssen sich ihr Vorsitzender Merz und sein Team auf einen Marathon im Jahr 2025 einstellen. Sollten sich in den kommenden Wochen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen schwarz-grüne Koalitionen bilden, wäre dies ein wichtiges Signal für die Bundespolitik und würde es auch die Weichen für die Zukunft des Parteienspektrums stellen.

Leave a Comment