Die Grünen sind in den Umfragen auf dem Höhepunkt

Politische Stimmung in Deutschland
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Die Grünen sind in den Umfragen auf dem Höhepunkt

Die Grünen profitieren derzeit von ihren Erfolgen bei den Landtagswahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Auch in den Umfragen landesweit liegen sie vorne. Wer muss dafür Federn verlieren.

Die jüngsten Landtagswahlen scheinen sich auf die politische Stimmung in Deutschland auszuwirken. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage vom Mittwoch liegen die Grünen in der Sonntagsfrage gerade mal 23 Prozent vor der SPD, die nur 21 Prozent beträgt. In der Vorwoche lagen beide noch auf Augenhöhe. Die FDP liegt derzeit bei sieben Prozent. Die höchste Zustimmung erhielten CDU und CSU. Laut Forsa-Sonntagsfrage würden die Unionsparteien bei einer Bundestagswahl am Sonntag 28 Prozent der Stimmen erhalten.

Die AfD käme dann auf neun Prozent, die Linke bleibt bei vier Prozent. Die anderen Parteien liegen bei 8 Prozent (-1 Prozentpunkt). Zwischen dem 17. und 23. Mai 2022 wurden mehr als 2.500 Personen befragt.

Die Grünen hatten vor allem bei den Wahlen in Nordrhein-Westfalen viel gewonnen. In beiden Ländern, auch in Schleswig-Holstein, stehen die Zeichen gut für schwarz-grüne Bündnisse. Die SPD muss ihre Stifte verlieren.

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, lässt sich von den Zahlen nicht beirren: „Das aktuelle Wahlergebnis sollte uns nicht an uns zweifeln lassen. Wir stehen hinter der Bundeskanzlerin und sind die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag. Die Herausforderungen sind zweifellos groß. Diese Fragen wollen wir gemeinsam in der Ampelkoalition zum Wohle des Landes und seiner Bürgerinnen und Bürger angehen und lösen. Die Umfragen sind nur Zwischenergebnisse. Die Bundesregierung wird erst im September 2025 wieder wählen“, sagte er unserer Redaktion.

Auch beim beliebtesten Politiker Deutschlands hat sich etwas getan. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) genießt laut Forsa derzeit das größte Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland. Er verdrängte Bundeskanzler Olaf Scholz von Platz eins, der nun nur noch auf Platz fünf liegt Günther hatte die Wahlen in seinem Bundesland Schleswig-Holstein mit einem sehr guten Ergebnis abgeschlossen.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) steht Günther sehr nahe. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) folgt dem CDU-Politiker Hendrik Wüst, der die Wahlen in Nordrhein-Westfalen gewonnen hat. Dann kommt Bundeskanzler Olaf Scholz, der vier Punkte verloren hat. Am Ende des Rankings stehen Janine Wissler (links), Tino Chrupalla und Alice Weidel (beide AfD). Die positive Bewertung der beiden Grünen-Minister dürfte auch zu Werten der guten Laune in den Präferenzen der Partei führen. ,

Zuletzt sorgte eine Umfrage unter Unionswählern für Aufsehen, wonach Unionswähler CSU-Chef Markus Söder eher eine Kanzlerschaft gegen Olaf Scholz zusprechen würden als CDU-Chef Friedrich Merz., oder den Ministerpräsidenten der CDU, Daniel Günther und Hendrik Wüst. Auf die Frage, wen die Union als Kanzlerkandidat aufstellen sollte, wenn sie jetzt einen aufstellen sollte, sprechen sich laut einer Insa-Umfrage 38 Prozent der Unionswähler für Söder aus. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts Insa für die „Bild am Sonntag“.

Umfragen geben grundsätzlich nur die Meinung zum Zeitpunkt der Umfrage wieder und sind keine Prognose des Wahlausgangs. Die nächste Bundestagswahl ist erst 2025 angesetzt.

Bis dahin bleibt noch viel zu tun. Und doch wird sich die Ampelregierung in den kommenden Wochen auch daran messen lassen, wie geschlossen sie bleibt. Im Kanzleramt sind die Werte (noch) ruhig, aber vor allem die Schwäche der FDP, die bei der nordrhein-westfälischen Landtagswahl nur knapp den Einzug in den Landtag schaffte und als Regierungspartei klar ausgeschieden war. steht unter Druck. Parteichef Christian Lindner will auf keinen Fall, dass die FDP wieder zu einer reinen Mehrheitsübernahme wird. Sie verfolgt einen liberalen Kurs, der nicht immer mit den Grünen vereinbar ist. Auch in der Ampelregierung nahmen die Diskussionen über die politische Ausrichtung von Bundeskanzler Scholz in der Ukraine-Krise zu. Und diese Frage beschäftigt die Menschen gerade: Drei Monate nach dem russischen Einmarsch sind laut Forsa der Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen auf die Energieversorgung in Deutschland noch immer das Hauptthema der Bundesbürger, während die Corona-Pandemie anhält die Öffentlichkeit. Wahrnehmung verliert weiter an Bedeutung. Andererseits zahlen sich die Lockerungen der Corona-Maßnahmen, die die FDP besonders anstrebt, bei den Liberalen nicht wirklich aus. Die nächsten Wahlen finden am 9. Oktober in Niedersachsen statt. Der aktuelle Ministerpräsident der SPD, Stephan Weil, will dort seine Macht verteidigen.

(mun)

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