Kreiswahlkreis Görlitz: Meyer und Wippel haben hier ihre Hochburgen

Landtagswahl: Wo Meyer und Wippel ihre Hochburgen haben

CDU und AfD dürfen mit dem Abschneiden ihrer Kandidaten bei der Kreiswahl im Landkreis Görlitz zufrieden sein. Das zeigt eine Analyse der Hochburgen und der Wahlbeteiligung.

Jetzt liegt es an ihnen in der zweiten Abstimmung an der Neiße: Stephan Meyer (CDU) und Sebastian Wippel (AfD).

Jetzt liegt es an ihnen in der zweiten Abstimmung an der Neiße: Stephan Meyer (CDU) und Sebastian Wippel (AfD).
© Fotos: Paul Glaser, Nikolai Schmidt/ Redaktion: SZ-Bildstelle

CDU-Kandidat Stephan Meyer gewann klar die erste Stimme für die Landtagswahl, AfD-Kandidat Sebastian Wippel erzielte bei der Landtagswahl in Sachsen am Sonntag das beste Ergebnis eines AfD-Kandidaten. Da niemand mehr als 50 Prozent der Stimmen erhielt, müssen die Wähler am 3. Juli erneut erscheinen. Doch welche Lehren lassen sich aus dem Wahlsonntag ziehen? Sächsische.de analysiert das Ergebnis.

Hochburgen befinden sich in der Nähe der Wohnorte der Bewerber

Sowohl Meyer als auch Wippel haben Stärken. Für Meyer liegen sie im Süden rund um Zittau, das auch sein Landtagswahlkreis ist. Dann kennst du ihn am längsten. Jonsdorf und Oybin gewinnen mit 67,4 und 65,9 Prozent, über 50 Prozent in Oderwitz, Mittelherwigsdorf, Ostritz, Hainewalde, Olbersdorf, Leutersdorf, Seifhennersdorf, Bertsdorf-Hörnitz, Großschönau, Herrnhut – und in Zittau mit 58 Prozent. Meyer erhielt in 35 Gemeinden, darunter allen größeren Städten, die meisten Stimmen. Doch der CDU-Kandidat schwächelt am Stadtrand bei Löbau, im Raum Görlitz und auch in nördlichen Gemeinden.

Sebastian Wippel hat hier abgeräumt. Am Ende setzte es sich in 18 Gemeinden durch. Sein bestes Ergebnis erzielte er in der Neißeaue mit 52,3 Prozent. Die Gemeinde um Görlitz ist zusammen mit Dürrhennersdorf seit Jahren für ihre außergewöhnlich hohen AfD-Ergebnisse bekannt. Mit Reichenbach, Markersdorf, Schönau-Berzdorf, Königshain und Schöpstal sowie Vierkirchen gewann Wippel alle Gemeinden im Raum Görlitz, die einen blauen Gürtel um die Wippelstadt bilden.

Wahlbeteiligung höher als vor sieben Jahren

Bei den Kreiswahlen am Sonntag lag die Wahlbeteiligung bei 49,4 Prozent. Vor sieben Jahren, als Amtsinhaber Bernd Lange nur gegen Mirko Schultze (Linke) antrat, waren es gerade einmal 36,6 Prozent. Das ist zunächst einmal ein gutes Zeichen. Gleichzeitig zeigt sie, dass dort, wo am Sonntag keine Bürgermeister gewählt wurden, die Wahlbeteiligung einbrach: Weißwasser 33,8 Prozent; Bad Muskau 37,9; Löbau 40,7; Seifhennersdorf 41,0; Ebersbach-Neugersdorf 42,1; Görlitz 42.8. Die geringe Wahlbeteiligung hat Meyer auf den ersten Blick nicht geschadet, denn er hat alle diese Städte gewonnen. Aber auch Wippel holte seine Wähler zu den Urnen. Das Beispiel von Görlitz zeigt dies. Zwar ist eine Bürgermeisterwahl schwer mit einer Kreiswahl zu vergleichen. Aber rechnerisch erhielt Wippel im ersten Wahlgang 2019 bei einer Wahlbeteiligung von 58,6 Prozent 9.710 Stimmen. Mit 42,8 Prozent am Sonntag hätte er fast 7.100 Stimmen bekommen, wenn er genauso gewählt hätte, aber in Wirklichkeit waren es 7.255, also etwa 160 mehr.

Eine klare Trendwende ist aber auch nicht erkennbar. Meyer gewann Groß Düben, wo die Wahlbeteiligung mit 79 Prozent am höchsten war; Wippel vs. Markersdorf, wo 73,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben haben.

Was ist der Meyer-Faktor?

Die Bezirkswahl ist eine persönliche Entscheidung. Es hängt von den Menschen ab. Besonders deutlich wird dies in der CDU. Stephan Meyer schneidet 20 Prozent besser ab als der Kreisvorsitzende Florian West, der bei der Bundestagswahl 26,1 Prozent erhielt. Selbst im Vergleich zu frühen Stimmen in allen vier Bezirken bei den landesweiten Wahlen 2019 gewinnt Meyer. Die vier CDU-Kandidaten erhielten damals 39,2 Prozent, Meyer weitere sieben Prozent.

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Sebastian Wippel hält die Ergebnisse der AfD stabil. Mit seinen 35,5 ist er etwas schlechter als Tino Chrupalla im September 2021 (35,8 Prozent), aber deutlich besser als Chrupalla 2017 (32,4). Und im Vergleich zur Landtagswahl schnitt Wippel nicht schlechter ab als alle AfD-Kandidaten in den vier Wahlkreisen des Kreises Görlitz (36,8 Prozent der Erststimmen).

Was kommt als nächstes?

Das endgültige Ergebnis wird der Kreiswahlausschuss an diesem Mittwoch feststellen. Bis Freitag um 18 Uhr müssen sich die vier Kandidaten aus dem ersten Wahlgang entscheiden, ob sie auch am 3. Juli antreten.

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