„Markus Lanz“ – Sascha Lobo stichelt FDP-General: „Unter der Gürtellinie“

Hermann: Die FDP hat „die Alten“ als Wähler verloren

Konkret verloren laut Herrmann die Liberalen „die Alten“ als Wähler, weil sie bei Hilfspaketen wegen der Inflation außen vor blieben. Außerdem wird die FDP nicht von Frauen, Älteren oder Beamten gewählt, sondern vor allem von jungen und gut bezahlten Männern. Allerdings drehe man sich laut Herrmann auch immer mehr in Richtung Grüne und CDU, sagt Herrmann.

Djir-Sarai stimmte seiner Analyse des Verlusts älterer Wähler zu. Sie gab auch offen zu, dass es in Sachen Frauen “viel” für ihre Partei zu tun gebe. Deshalb hat er sich als Generalsekretär zum Ziel gesetzt, Vielfalt zu fördern. Für die nächste FDP-Fraktion strebe er einen Frauenanteil von über 40 Prozent an. Das sind aktuell 24 Prozent, wie Herrmann erklärte.

Bijan Djir-Sarai (Aktenbild): Der FDP-Generalsekretär wurde in der jüngsten Lanz-Sendung kritisiert.
Bijan Djir-Sarai (Aktenbild): Der FDP-Generalsekretär wurde in der jüngsten Lanz-Sendung kritisiert. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago-images-bilder)

Wolf: Was ist mit Strack-Zimmermann?

Eine in der Sendung immer wieder erwähnte Liberale ist die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestages, Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Autorin Sascha Lobo erklärte, sie sei ein älterer Mensch und eine Frau und hätte deswegen einen “großartigen Job” in der Regierung bekommen können.

Dadurch, dass seine Äußerungen zum Ukraine-Krieg überdurchschnittlich kompetent sind, dringt Strack-Zimmermanns Meinung „nach außen“. Generell neige die FDP aber nicht dazu, durch positive Kommunikation aufzufallen, so Lobo weiter. Anders als Djir-Sarai glaubte er, dass die schlechten Ergebnisse der Landtagswahlen “auf Bundesebene fabriziert” seien.

Doch nicht nur sinkende Umfragewerte machen der FDP derzeit Sorgen. Der polnische Präsident Andrzej Duda warf der Bundesregierung kürzlich “Schwerwortverweigerung” beim Waffentausch für den Ukraine-Krieg vor. „Wie denkt der Mann das?“, fragte Lanz Djir-Sarai.

Der Generalsekretär der FDP erfuhr von Dudas Vorwurf aus der Presse

„Offensichtlich gab es hier eine Einigung“, sagte der Generalsekretär. Er habe „durch die Presse“ von dem Vorfall erfahren. Diese Antwort verursachte bei Lanz Irritationen. “Sind Sie noch in der FDP und gehören Sie der Bundesregierung an?”, wollte er wissen. „Natürlich“, erklärte Djir-Sarai, aber es gebe auch „Persönlichkeiten im Verteidigungsministerium und im Außenministerium, die kein Parteibuch bei der FDP haben“.

Nach Angaben des FDP-Mannes hat der Bundestag einen Beschluss zum Thema schwere Waffen gefasst. “Dann sollen die Prozesse stattfinden”, sagt Djir-Sarai. Die Meldung über anstehende Lieferungen nach Polen und deren Unzufriedenheit überraschte ihn daher.

In Polen werde offenbar erwartet, dass sofort modernes Militärgerät aus Deutschland in die Ukraine geliefert werde, wie Herrmann gegenüber Lanz erklärte. Er plädierte auch dafür, dass sich die FDP zunächst einmal der Aufgabe annehmen sollte, zu prüfen, ob tatsächlich ein „Schwächenverbot“ vorliegt, anstatt „Fernsehsendungen auf der Grundlage einseitig erhaltener Presseartikel beizusitzen“.

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