Neuer Höchststand für FDP Rhein-Berg: Kreisverband stellt sich nach Niederlage neu auf


Rhein-Berg –

Als „enttäuschend“ bezeichnete Christian Lindner das Ergebnis der Landtagswahl auf dem Kreistag der FDP in Odenthal am Samstag. Per Videoschalte ist der Bundesvorsitzende der Liberalen mit der Kreisversammlung zugeschaltet, die auch in Rhein-Berg einen Neuanfang anstrebt: inhaltlich und personell.

Doch zunächst hat der ehemalige Kreispräsident von Wermelskirchen das Wort, der aus Hannover zugeschaltet ist, wo er kurz darauf in Hannover anlässlich des dortigen 75-jährigen Jubiläums des Landesverbandes FPD sprechen wird. „Als Freier Demokrat braucht man starke Nerven“, sagt Lindner über aktuelle Wahlergebnisse und Jubiläen in seinem Heimatkreisverband, der für langjährige FDP-Treue geehrt wird.

Seit 25, 40 oder 50 Jahren in der Partei: Ehrenwerte langjährige FDP-Mitglieder auf dem Kreistag der Partei.

Seit 25, 40 oder 50 Jahren in der Partei: Ehrenwerte langjährige FDP-Mitglieder auf dem Kreistag der Partei.

Der Finanzminister schreckt vor interner Kritik an „seiner“ Ampelkoalition in der Bundesregierung nicht zurück, die „jeden Tag aufmüpfig“ sei. Etwa wenn Arbeits- und Sozialminister Hubertus Heil höhere Hartz-IV-Sätze fordert. „Sie haben die Versetzung nicht vergessen“, sagte Lindner mit einem Hinweis an die SPD. „Aber wir werden unserer staatspolitischen Verantwortung gerecht“, betont der Vorsitzende der Bundespartei der Liberalen.

Live: der Vorsitzende der Bundespartei FDP, Christian Lindner.

Live: der Vorsitzende der Bundespartei FDP, Christian Lindner.

„Die Rückkehr zur Schuldenbremse wird uns in diesem Jahr vor enorme Herausforderungen stellen“, verspricht Lindner nun seiner Parteibasis und lädt nach einem Dank an den scheidenden Kreisvorsitzenden Lothar Esser und sein Team zum FDP-Kreisverbandssommer ein. 18.08.

Bilanz von „sehr enttäuschend“ bis „katastrophal katastrophal“

Bei der anschließenden Runde mit dem FDP-Chef hatte niemand im Raum Fragen. Im Odenthaler Forum sind alle Augen auf Lothar Esser gerichtet, der nach zwei Jahren an der Spitze des Kreisverbandes nicht mehr kandidieren will. Er habe immer gesagt, er mache den Job, bis es Kandidaten gebe, die sich dann melden müssten, begründete er seinen Schritt.

Die Bilanz der letzten zwei Jahre ist jedoch nicht nur von den Rückschlägen der Pandemie geprägt. Das Ergebnis der Kommunalwahl 2020 sei für die FDP in Rhein-Berg “sehr enttäuschend”, das der Bundestagswahl 2021 auf Kreisebene “ebenfalls ziemlich enttäuschend”, das der diesjährigen Landtagswahl “katastrophal katastrophal”, sagte Esser.

Erläuterung der landesweit festgestellten schlechten Leistung

Seine Erklärung: Im Fokus stehe ein letztlich nicht zustande gekommenes Duell zwischen CDU und SPD und ein FDP-Spitzenkandidat des Landes, der „nicht die Strahlkraft hatte, die Christian Lindner 2017 hatte“, so der scheidende Kreis Vorsitzender der FDP. . Jetzt gehe es in die nächste Landtagswahl 2027, so Esser, dem nicht nur Michael Becker dankt: Vielen Dank, es waren auch sehr schwierige Zeiten.

Die Liberalen wählten Dorothee Wasmuth, 47, aus Bergisch Gladbach, zur Nachfolgerin von Esser, die als einzige Kandidatin für den Parteivorsitz im Landkreis kandidierte. Die 47-jährige Mutter von drei Kindern wurde erstmals kurz nach ihrem Eintritt in die Partei bekannt, als sie 2017 für das Landratsamt kandidierte.

Neuer Kreisvorstand um Dorothee Wasmuth (Mitte) und ihre Stellvertreter Albert Seemann (vierter von links), Benedigt Röttger (rechts) und Thorsten Stöckert (vierter von rechts).

Neuer Kreisvorstand um Dorothee Wasmuth (Mitte) und ihre Stellvertreter Albert Seemann (vierter von links), Benedigt Röttger (rechts) und Thorsten Stöckert (vierter von rechts).

2020 wurde sie Bezirksvizepräsidentin und seit 2021 ist sie Vorsitzende der FDP in Bergisch Gladbach. „Wir wollen den Kreisverband auf Kreisebene sichtbar machen und für die Landtagswahl 2027 jemanden aussichtsreich positionieren“, kündigt er an und verspricht, den Kreisverband programmatisch neu aufzustellen.

Dafür leitet er bereits eine programmatische Arbeitsgruppe, die unter anderem einen Antrag an den Kreistag der Partei stellt, das passive Wahlalter bei Kommunalwahlen zu senken. Der Antrag ist bei der FDP-Landesfachkommission zu stellen und sich dafür einzusetzen, dass auch 16-Jährige als informierte Bürgerinnen und Bürger für Stadt- und Gemeinderäte aktive Bürgerinnen und Bürger werden können.

Stellvertreter für Rösrath, Kürten und Odenthal

Am Ende wurde Wasmuth mit großer Mehrheit von 53 Wählern bei drei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen gewählt. Zu Wasmuth-Stellvertretern wählte der Kreisparteitag den 33-jährigen Albert Seemann aus Rösrath, den 48-jährigen Benedikt Röttger aus Kürten und den 53-jährigen Thorsten Stöckert aus Odenthal.

Seemann ist von Beruf Erzieher, seit 2019 Mitglied der FDP und seit Anfang 2020 aktives Mitglied im Rösrather Ortsvorstand. Das jüngste Wahlergebnis in Rösrath bewertet er als „stabil“. „Als Team werden wir das Auto aus dem Dreck ziehen“, sagte Seemann, der mit 46 zu fünf Stimmen gewählt wurde.

Engel präsentiert sich und sein Team als kritische Opposition im Kreistag

Berufssoldat Benedikt Röttger ist Ortsvorsitzender der FDP in Kürten und studierte Informatik. Er erhielt 48 Ja-Stimmen und eine Enthaltung. Thorsten Stöckert trat 1994 als Student in die FDP ein und arbeitet heute als Kapitalmarktexperte. Er erhielt 44 Ja-Stimmen, eine Gegenstimme und vier Enthaltungen.

Als „kritische Opposition“ im Kreistag stellte sein Team den Vorsitzenden der FDP-Kreisfraktion, Dr .

Der scheidende Präsident mit dem schlechtesten Wahlergebnis des Beraters

Inzwischen werden Nora Wehrend als Bezirksvorstandsschatzmeisterin und Markus Leibrecht als Schriftführer wiedergewählt. Bei der Beiratswahl erhielt der scheidende Regierungspräsident Lothar Esser aus Leichlingen (38 Ja-Stimmen) die wenigsten Stimmen, der ebenso wie Annika Vogel (45 Ja-Stimmen) aus Wermelskirchen Lennert Hein (45 Ja-Stimmen) aus Burscheid erhielt und Hermann Küsgen (43 Ja-Stimmen) aus Overath als Vertreter der anderen FDP-Ortsverbände in den Kreisvorstand gewählt.

„Ein spannendes Team, jung und alt“, sagte Overather Hermann Küsgen angesichts der vielfältigen Vertreter, deren jüngste Annika Vogel mit gerade einmal 17 Jahren ist.

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