Querdenker und satirische Politiker – alle, die noch Oberbürgermeister von Dresden werden wollen

Querdenker und satirische Politiker – alle, die noch Oberbürgermeister von Dresden werden wollen

Am Sonntag wird in Dresden ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Neun Bewerber bewerben sich, drei davon sind politische Außenseiter. Mit welchen Zielen gewinnen sie Wähler?

Jan Pöhnisch (Die Partei, links), Sascha Wolff (Mitte) und Marcus Fuchs wollen Oberbürgermeister von Dresden werden.

Jan Pöhnisch (Die Partei, links), Sascha Wolff (Mitte) und Marcus Fuchs wollen Oberbürgermeister von Dresden werden.
© Sven Ellger, PR/Robert Michalk

Dresden. Bei der Wahl am 12. Juni in Dresden werden mit Marcus Fuchs, Sascha Wolff und Jan Pöhnisch drei Kandidaten um die Stimmen kämpfen, die entweder parteilos oder bisher politisch völlig unbeachtet geblieben sind. Das sind Ihre Ansprüche und Ziele.

Marcus Fuchs – der Kopf des Dresdner „Querdenkers“

Marcus Fuchs bei einem Treffen der "Querdenker" am Dresdner Neumarkt.

Marcus Fuchs bei einem Treffen der „Querdenker“ am Neumarkt in Dresden.
©Sven Elger

Marcus Fuchs ist Anführer der Dresdner Bewegung „Querdenker“. Sie hat Demonstrationen aufgezeichnet, die gegen Corona-Maßnahmen wie die Maskenpflicht demonstrieren. Er selbst sprach unter anderem von einer Corona-Diktatur.

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Fuchs studierte Wirtschaftsinformatik, Webdesigner und war Sprecher der Kreiseltern in Bautzen. Durch dieses Feature fand der 39-Jährige 2020 den Weg in die Öffentlichkeit. Unter anderem forderte er ein Maskenverbot für Kinder. Im Oktober 2020 wurde seine Teilnahme an „Querdenmachen“ bekannt. Fortan suchte er weiter die Öffentlichkeit und hinterfragte die Pandemie. Fuchs spricht von „Systemmedien“ und es gab Angriffe auf seine Demos.

2021 kandidierte Fuchs im Wahlkreis Dresden I für die Bundestagswahl und konnte 631 Stimmen (0,4 Prozent) der Erststimmen erzielen. Fuchs bekenne sich in seinem aktuellen Bürgermeisterwahlplan zu “mindestens einer öffentlichen Entscheidung pro Jahr”. Weitere Ziele: kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, kostenlose Kitas und Kitas und eine grünere Innenstadt. Fuchs fordert mehr Jugendtreffs, mehr Toiletten, mehr Bänke und einen Elberadweg mit separatem Gehweg. Querdenker lässt offen, wie dies im Einzelfall auf Ihrer Homepage umgesetzt wird.

Sascha Wolff: Noch ein „Querdenker“, der Bürgermeister werden will

Sascha Wolff bei einer Krönungszeremonie im Jahr 2016.

Sascha Wolff bei einer Krönungszeremonie im Jahr 2016.
©Sven Elger

Sascha Wolff will in den kommenden Wochen vom Meister zum Bürgermeister aufsteigen. Als unabhängiger Kandidat sammelte er schnell die Unterschriften von 280 Unterstützern für seine Kandidatur, laut Wolff ein “erster Erfolg”.

Zimmermann und Architekt Wolff ist 52 Jahre alt und einer der Köpfe hinter der Dresdner Bewegung „Querdenken“. Im Mai wurde Wolff vor dem Landgericht zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt, weil er bei einer Versammlung auf dem Altmarkt keine Maske trug. „Er ist schon lange als jemand bekannt, der lange argumentiert und grundsätzlich keine Maske trägt“, sagte ein Polizist, der damals die „Querdenker“-Demo gesichert hatte, vor Gericht über den 52-Jährigen.

In seinem Wahlprogramm setzt sich Wolff auch für mehr Bürgerbeteiligung ein: Regelmäßige Volksabstimmungen, Gemeindeversammlungen, Diskussionsforen und Wahlbeteiligungsaktionen würden die Stadt wieder erlebbar machen, sagt Pöhnisch. Die größte Herausforderung für Dresden sei die „Wiederentdeckung der Gemeinsamkeiten“. Der ÖPNV und das Radwegenetz müssen dringend verbessert werden.

Jan Pöhnisch: Der Satiriker von „Die Partei“

Jan Pöhnisch setzt auf "Party" bei der Dresdner Oberbürgermeisterwahl.

Jan Pöhnisch geht zur Dresdner Oberbürgermeisterwahl für „Die Partei“.
© PR/Robert Michalk

Die Satirepartei „Die Partei“ schickt Jan Pöhnisch in den Bürgermeisterwahlkampf. Pöhnisch ist 32 Jahre alt und arbeitet als Sozialarbeiterin in der Altenpflege. Seiner Nominierung ging eine erfolglose Suche innerhalb der Partei nach noch geeigneteren Kandidaten voraus. Weil aus Sicht der Satirepartei Amtsinhaber Dirk Hilbert (FDP) der haushohe Favorit ist, suchte die Partei eigentlich nach einem Doppelnamen, den sie ins Rennen schicken könnte.

Da sie ihn nicht fanden, übernahm Pöhnisch den Dienst. Das Parteikonzept: Auf diversen Plakaten schlüpft der 32-Jährige beispielsweise in die Rolle von Eva Jähnigen oder Dirk Hilbert und kapert damit seinen Wahlkampf. Ihr „zentrales Problem“ ist die Digitalisierung. Um digitale Gefahren zu vermeiden, fordert der lustige Politiker, dass alle notwendigen Haushaltsmittel verwendet werden, um “eine starke elektromagnetische Impulsbombe zu bauen, alles andere wäre verrückt”.

Angeblich will er verhindern, dass sich die Maschinen gegen Dresden auflehnen. Ziel seiner Wohnungspolitik ist es, möglichst viele Menschen zu motivieren, Dresden zu verlassen.

Diese Porträts von Kandidaten für die Bürgermeisterwahl sind bisher erschienen:

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