SZ-Podcast: Wie sich das Leben als Bundestagsabgeordneter verändert – Starnberg

Carmen Wegge (SPD) ist seit knapp neun Monaten Bundestagsabgeordnete, doch was hat die 32-Jährige davor wirklich gemacht? Und was vermissen Sie an Ihrem „alten Leben“? Darüber spricht der Politiker in der neuen Folge der SZ-Podcasts „Von Starnberg bis Berlin“. Politik, soviel steht fest, hatte schon immer einen festen Platz in seinem Leben. Und doch – oder gerade deswegen – habe sich nach der Bundestagswahl „alles und nichts geändert“.

Aus 40 Stunden ehrenamtlicher Arbeit der Partei pro Woche neben der Arbeit seien 80 Stunden Politik als Hauptberuf geworden, sagt Wegge. Vor der Bundestagswahl war sie als Rechtsanwältin im Bereich besonderer Kündigungsschutz für Schwerbehinderte und gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben beim Amt für Inklusion in Oberbayern tätig. Die Arbeit habe ihm Spaß gemacht, „es hat Sinn gemacht“, wie die neue Aufgabe in Berlin. Nostalgie hält sich also in Grenzen. Die größte Veränderung hat in einem anderen Bereich stattgefunden. Vor Berlin konnte Wegge selbst entscheiden, wann er wen wo trifft. Jetzt erhalten Sie montags Ihren Terminkalender für die ganze Woche mit 20 Terminen und mehr. “Ich habe noch nie ein so fremdes Leben geführt.” Die Wochen sind im Oktober schon voll, und das ist schließlich auch gut so, denn sie hat keine Zeit, selbst Termine zu koordinieren. So ist Carmen Wegges Kalender zu einer „wunderbaren Überraschungs-Wundertüte“ voller interessanter Menschen geworden, die sie kennenlernen darf.

Die zweite große Veränderung ist das Schlafdefizit. Als Mutter eines einjährigen Mädchens ist es nicht ungewöhnlich, dass sie nicht immer gut schläft. Doch mit dem neuen Job in Berlin hat sich der Mangel deutlich verschärft. “Wenn ich mir eines wünschen könnte, wäre es mehr Zeit zum Schlafen.” Vielleicht würde sie die ihr geschenkte Zeit lieber mit ihrer Familie verbringen – schwierig. Carmen Wegge ist jedenfalls sehr dankbar, Freunde zu haben, die so bleiben, auch wenn sie sich ein halbes Jahr nicht bei ihnen meldet. Vor allem Freunde außerhalb der Partei seien in den vergangenen Monaten “definitiv vernachlässigt” worden. Deshalb will man die bevorstehenden Sommerferien für Treffen an den Seen und Grillabende nutzen. “Ich bin sicher, wir haben uns viel zu erzählen.”

Alle Folgen von “Von Starnberg nach Berlin” können Sie hier anhören.

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