ÜBERBLICK bei Nacht/Wirtschaft, Zentralbanken, Politik

DJ OVERVIEW at night/Wirtschaft, Zentralbanken, Politik

Die wichtigsten Ereignisse und Berichte zu Wirtschaft, Zentralbanken und Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

S&P Global: Die US-Konjunktur hat sich im Mai verlangsamt

Die Aktivität in der US-Wirtschaft hat sich im Mai verlangsamt. Der von S&P Global (ehemals IHS Markit) erstellte Gesamtindex der Produktion im Privatsektor (Industrie und Dienstleister zusammen) fiel von 56,0 Punkten im Vormonat auf 53,8. Über 50 Punkten zeigt das Konjunkturbarometer Wachstum an, unter 50 Punkten eine schrumpfende Wirtschaft. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe fiel von 59,2 im Vormonat auf 57,5. Volkswirte hatten mit einem Wert von 57,4 gerechnet. Der Dienstleistungssektorindex fiel von 55,6 auf 53,5 Punkte. Hier lag die Prognose bei 55,0.

Fed/Bostic: Zinserhöhungen werden keine Rezession auslösen

Der Präsident der Federal Reserve Bank von Atlanta glaubt, dass die US-Notenbank die Zinssätze erhöhen kann, um eine übermäßige Inflation zu bekämpfen, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. „Das übergeordnete Ziel des Federal Open Market Committee ist es, die Inflation wieder in den Zielbereich zu bringen, ohne erhebliche wirtschaftliche Störungen zu verursachen“, schrieb Raphael Bostic in einem Essay auf der Website der Atlanta Fed. „Obwohl es eine schwierige Aufgabe sein wird, glaube ich, dass die wirtschaftlichen Bedingungen, insbesondere der Arbeitsmarkt, stark genug sind, um dieses Ziel zu erreichen.“

EZB: Krypto-Assets breiten sich aus, könnten Stabilität bedrohen

Nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) haben sich Art und Umfang der Krypto-Assets zuletzt so rasant entwickelt, dass sie ein Risiko für die Finanzstabilität darzustellen drohen. In ihrem neusten Financial Stability Report weist die EZB darauf hin, dass die Verbindungen zwischen der Welt der Kryptowährungen mit ihren Bitcoins, Stablecoins und dezentralen Finanztransaktionen (Defi) noch begrenzt sind, aber in letzter Zeit stark zugenommen haben.

Villeroy de Galhau gegen Zinserhöhung um 50 Basispunkte – TV

Das EZB-Ratsmitglied Francois Villeroy de Galhau hat sich gegen eine Erhöhung des Einlagensatzes um 50 Basispunkte durch die Europäische Zentralbank (EZB) ausgesprochen. „Eine Erhöhung um 50 Basispunkte ist derzeit nicht Teil des Konsens, das ist klar“, sagte er Bloomberg TV am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Zinserhöhungen würden „allmählich“ erfolgen.

Habeck: Die USA und die EU arbeiten an einer Obergrenze für den Ölpreis

Russland habe laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) in den vergangenen Wochen weniger Öl verkauft, aber wegen hoher Preise “mehr Einnahmen gehabt”. Deshalb arbeiten die EU-Kommission und die USA an einer Preisobergrenze, sagte er. Aber “viele Länder müssten mitmachen, und das fehlt noch.” Dagegen sieht der Minister das geplante Ölembargo gegen Russland “in greifbarer Nähe”.

Habeck: Positive Signale aus Brüssel im Beihilfeverfahren für Wärmenetze

Die EU-Kommission hat laut Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) im Beihilfeverfahren positive Signale für die staatliche Förderung effizienter Wärmenetze gesetzt. Dies sei ein wichtiger Schritt für Deutschland, um die Klimaziele im Wärmesektor zu erreichen, erklärte Habeck nach Gesprächen in Brüssel. Dort traf er mit hochrangigen Vertretern der Kommission zusammen. Im Beihilfeverfahren zur sogenannten „Bundesförderung effiziente Wärmenetze (BEW)“ hat die Kommission eine positive Vorbewertung abgegeben und wird nun das Verfahren fortsetzen, damit der endgültige Beihilfebescheid zügig ergehen kann .

Scholz sichert Südafrika nach Ukraine-Krieg Solidarität zu

Bei seinem Besuch in Südafrika versicherte Außenminister Olaf Scholz (SPD) dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa die Solidarität Deutschlands angesichts der weltweiten Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine. “Der Krieg betrifft nicht nur Europa”, sagte er nach einem Treffen mit Ramaphosa in der Hauptstadt Pretoria. Deutschland sei sich der “schwerwiegenden Folgen” des Krieges für Afrika “wohl bewusst”.

Lindner: Preisdruck nehmen und aus der expansiven Fiskalpolitik aussteigen

Als Reaktion auf die hohe Inflation hat Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) einen Ausstieg aus der Schuldenpolitik gefordert und die Länder der Europäischen Union (EU) aufgefordert, ihre Schulden zu reduzieren. „Inflation ist ein ernsthaftes Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung“, warnte Lindner nach den Beratungen der EU-Finanzminister in Brüssel. Es könnte dazu führen, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten zum Erliegen kommen und das Eingehen geschäftlicher Risiken eingestellt wird und die Menschen an Kaufkraft verlieren. Alle EU-Staaten sind der Meinung, dass “die Inflationsbekämpfung eine der Prioritäten der europäischen Wirtschafts- und Finanzpolitik sein muss”.

CDU und hessische Grüne schlagen Rhein offiziell als Ministerpräsidenten vor

CDU und hessische Grüne haben den ehemaligen Landtagspräsidenten Boris Rhein (CDU) als Kandidaten für die Ministerpräsidentenwahl in der kommenden Woche vorgeschlagen. Die Koalitionspartner gaben die Personalie gemeinsam in Wiesbaden bekannt. Die beiden Fraktionen schlugen zudem die CDU-Abgeordnete Astrid Wallmann als neue Landtagspräsidentin vor. Die 42-Jährige wäre die erste Frau an der Spitze des Hessischen Landtags.

Schleswig-Holstein: Koalitionsverhandlungen zwischen CDU und Grünen ab Mittwoch

Die nächste Hürde für die Schwarz-Grünen in Schleswig-Holstein ist genommen: Nach gescheiterten Sondierungsgesprächen über die Fortsetzung der Jamaika-Koalition sind CDU und Grüne in Sondierungsgesprächen näher zusammengerückt. Die Vertreter beider Parteien einigten sich auf „ein Sondierungsdokument, auf dessen Grundlage wir Koalitionsverhandlungen führen wollen“, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nach dem Treffen sagte.

Der Bundeswahlleiter drängt auf eine Neuwahl in sechs Berliner Wahlkreisen

Bundeswahlleiter Georg Thiel pocht darauf, dass die Bundestagswahl am 26. September in sechs Berliner Wahlkreisen wiederholt wird. Thiel machte zu Beginn der mündlichen Verhandlung im Wahlprüfungsausschuss des Bundestages seinen Einspruch gegen die Gültigkeit der Wahlen deutlich. „So etwas darf sich nicht wiederholen“, sagte Thiel, wie der Pressedienst des Bundestages mitteilte. Dabei handele es sich um “systematische Versäumnisse” der Wahlorganisation und nicht um Einzelfälle.

Schweden und Finnland werden am Mittwoch Delegationen in die Türkei entsenden

Schweden und Finnland werden am Mittwoch Delegationen in die Türkei entsenden, um die Regierung in Ankara davon zu überzeugen, ihre Opposition gegen den NATO-Beitritt der beiden Länder fallen zu lassen. „Wenn wir Ärger kommen sehen, werden wir natürlich den diplomatischen Weg einschlagen“, sagte der finnische Außenminister Pekka Haavisto auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. „Wir werden Delegationen sowohl aus Schweden als auch aus Finnland nach Ankara schicken. Es wird morgen passieren“, fügte Haavisto hinzu. Unter dem Eindruck des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben Finnland und Schweden am Mittwoch vergangener Woche gemeinsam ihre Anträge auf Nato-Mitgliedschaft gestellt. Alle 30 Mitgliedsländer müssen dem NATO-Beitritt eines Landes zustimmen. Die Türkei, ein Mitglied der NATO, droht jedoch mit einem Veto.

Ehemaliger moldauischer Präsident wegen Korruptionsverdachts festgenommen

Der ehemalige prorussische Präsident Igor Dodon ist in Moldawien wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden. Die Haft sei zunächst für 72 Stunden angeordnet worden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Dodon befindet sich vorübergehend im Antikorruptionszentrum.

+++ Wirtschaftsdaten +++

*April-Inventar der Verkäufe neuer Eigenheime/USA USA 9,0 Monate

* US New Home Sales/März revidiert auf 709.000 (zuvor: 763.000)

*VEREINIGTE STAATEN VON AMERIKA Verkäufe neuer Eigenheime in den USA/April -16,6 % auf 591.000 (PROG: 750.000)

DJG/DJN/AFP/apo/sha/brb

(ENDE) Dow Jones Newswires

24. Mai 2022 13:00 ET (17:00 GMT)

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