Zwei Wahlen an einem Tag in Freiberg: Wahlhelfer bleiben ruhig | freie Presse

In der Kreisstadt gab es am Sonntag eine entspannte Wahl, fast wie aus dem Bilderbuch. Das spiegelte sich in der guten Laune aller wieder. – Ein Blitzbesuch in den Wahllokalen

Wer früher zur Wahl gegangen ist, hat seine Bürgerpflicht getan. Nach der Wiedervereinigung wurde es zu einem Ausübungsrecht, was den Prozess viel einfacher und entspannter machte. Das bestätigte sich an diesem Sonntag bei einem Rundgang durch die vielen Wahllokale in der Bezirkshauptstadt. Das Wetter scherte sich nicht um den Sinn des Tages und ließ die Sonne vom Himmel strahlen, was zur guten Laune vieler Menschen beitrug.

Es ist früher Sonntagnachmittag. Im Wahllokal 228 in der Turnhalle des Clemens-Winkler-Gymnasiums auf dem Freiberger Wasserberg ist es derzeit ziemlich ruhig. Die acht Wahlhelfer haben noch viel zu tun. Die Listen werden verglichen, das Papier knarrt ständig. „Gut ein Viertel der 1.292 Wähler in diesem Lokal waren schon einmal dort“, sagt Wahlleiter Martin Seltmann. Seitdem gibt es immer wieder Besuche vor allem von älteren Wählern. Wie in allen Freiberger Wahllokalen wurde auch hier, wie bei der Bundestagswahl 2021, ein Einbahnstraßensystem eingerichtet, damit trotz deutlich geringerer Auflagen aufgrund der Corona-Pandemie Kontakte an engen Türen und Gängen minimiert werden können. Das hat sich bewährt und kommt gut an, sagt Martin Seltmann. Allerdings musste man zunächst dezente „Schilder“ mit den im Fitnessstudio verfügbaren Gegenständen aufstellen. Als Orientierungshilfen dienten ein Hocker und einige Slalomstangen.

Zwei Wahllokale befinden sich in der Turnhalle der „Carl-Böhme“-Grundschule. Während draußen die Temperaturen steigen, ist es drinnen angenehm kühl. Im Vergleich zur Bundestagswahl passiere diesmal weniger, sagt der hier zuständige Sandro Neubert. Aber es gibt noch viel zu tun. Und die Wahl ist spannend für alle Beteiligten. Neuberts Tag begann um 6.25 Uhr mit der Übergabe der Stimmzettel durch die Freiberger Werft. Wie lange es in der Nacht dauern wird, kann zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht vorhergesagt werden. Dieser 218. Wahlbezirk zählt 780 Wähler, fast 30 Prozent waren um 14.45 Uhr bereits da.

Im Wahllokal 210 in Dürers Wohnhaus des Geschwister-Scholl-Gymnasiums in der Pfarrgasse ist wenig Wahlstress zu spüren. „Die Leute, die kommen, sind sehr nett“, sagt Wahlreferentin Katharina Wegelt. “Wir haben heute schon so viele liebe Worte gehört.” Mit 1856 hat dieser Wahlkreis die meisten Wahlberechtigten. Rund 550 waren bereits gegen 15.15 Uhr zur Wahl gegangen. Die Hälfte von ihnen akzeptiert den Angaben zufolge problemlos die Hygieneempfehlungen, kommt oft mit Mund-Nasen-Schutz und hat auch im Einbahnstraßensystem nichts zu meckern. Auch hier war der vergangene September zur Bundestagswahl etwas angespannter. An den Spezifikationen hätte es viel Kritik gegeben. Diesmal ist es anders. Angespannt dürften die jeweiligen Kandidaten an diesem Tag überhaupt gewesen sein.

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